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Vor- und Frühgeschichte

Die Stadt Nabburg liegt inmitten einer alten Kulturlandschaft im „Nabburger Becken“. Erste Spuren des Menschen aus der mittleren Altsteinzeit wurden bisher in Perschen und Haindorf gefunden. Das in Perschen aufgelesene Keilmesser vom Wolfsbühl wurde von Fachwissenschaftlern auf 40.000 vor heute datiert.

Quellen: Ernst Thomann - Kreisheimatpfleger für Archäologie  Fotos: Ernst Thomann, Rademacher)

Weitere Informationen:

Herr Kurt Engelhardt
Kreisarchäologe
92507 Nabburg

Telefon: 09433 / 9973

Augehende Altsteinzeit (ca. 10.000 v.Chr.)

Mehr Zeugnisse der letzten Eiszeitjäger der „Ausgehenden Altsteinzeit“, ca. 10.000 vor Christus, fanden sich bei Perschen, Schmidgaden und Haindorf.



Mittelsteinzeit (8.000 – 4.000 v. Chr.)

In der Mittelsteinzeit (8.000 – 4.000 v. Chr.) hatte der Mensch der Vorzeit bereits viele Terrassen des Naabtales für seine Freilandstationen ausgewählt. Dies bezeugen uns zahlreiche Hornsteingeräte, wie Klingen, Kratzer, Schaber und Harpunenspitzen (Mikrolithen) von Perschen, Iffelsdorf, Pfreimd, Schmidgaden und Schwarzenfeld. Die sesshaften Bewohner der Jungsteinzeit (4.000 – 2.000 v. Chr.) hinterließen ihre Spuren in Form von Steinbeilen, Steinhämmern und Pfeilspitzen, die in Schmidgaden, Trisching, Nabburg, Schwarzenfeld, Iffelsdorf und in Auhof an der Schwarzach gefunden wurde.
 



Bronzezeit (1.800 v. Chr.)

Auch die Bronzezeit (1.800 v. Chr.) ist mit dem abgebrochenen Schwert vom Schafbühl 
(1 km ostwärts von Nabburg), der Lanzenspitze von Wölsendorf und dem Schmuck aus einem Frauengrab in Pfreimd vertreten.



Jungsteinzeit:(4.000 vor Christus)

Eine jungsteinzeitliche Flachhacke wurde auf Höhe der Nordgauhalle aus der Naab geborgen.



Mittlere Bronzezeit (1500 vor Chr.)

Von herausragender edeutung für die Siedlungsgeschichte unserer Stadt sind die Funde der Mittleren Bronzezeit aus den Abfallgruben im Seyerleingarten und im Industriegebiet von 1986/87 (1.500 v. Chr.)
Das sehr schöne mit typischer Verzierung versehene Gefäß der mittleren Bronzezeit (1500 vor Chr.) aus dem Nabburger Industriegebiet und das Hügelgrab vom Willhofer Berg östlich von Nabburg, das 2002 und 2003 ausgegraben wurde. Die Radiokarbonmethode der Uni Erlangen erbrachte ein Alter von 3500 Jahren. 



Urnenfelderzeit

Von einer großen Siedlungsdichte berichten uns die Funde der Urnenfelderzeit aus den Kiesgruben von Perschen, Haindorf, Stulln und die Gräber nördlich von Iffelsdorf auf der westlichen Naabterrasse mit ihren reichen Beigaben. 
Neue urnenfelderzeitliche Siedlungsfunde in Form großer Webgewichte und verzierter Scherben von Vorratsgefäßen wurden 1984 bei der Erschließung des Nabburger Industriegebietes gemacht.



La Tenezeit

Bleibt noch zu erwähnen die La Ténezeit (500 – 15 v. Chr.) mit der Tüpfelplatte von Nabburg zur Herstellung von Schrötlingen für keltische Münzen, die großartige Vogelkopffibel von Wernberg und die Siedlungsstellen in Diendorf und Iffelsdorf. Neu entdeckt wurde eine frühlatenezeitliche Siedlung am auslaufenden Nordhang des Wölsenberges südlich von Diendorf.
 



Reihengräberzeit (800 n. Chr.)

Die Reihengräberzeit (800 n. Chr.) lieferte in Perschen, Diendorf und besonders mit den Funden vom Altenheim in Nabburg von 1951 und den Grabungen im Seyerleingarten 1986 eine große Anzahl von großartigen Funden, die für die Bedeutung der Stadt von großer Wichtigkeit sind. 
Damals wurde beim Bau des Altenheimes am Nordwestrand der Stadt Nabburg ein Reihengräberfeld angeschnitten, bei dem man drei menschliche Skelette fand, deren Arme hinter dem Kopf gekreuzt und deren Blicke nach Osten gerichtet waren. Auch 12 Webgewichte, teils gut erhalten, teils in Bruchstücken wurden dabei geborgen.
Gefäße verschiedener Form und Größe, mit den für die Reihengräberzeit typischen Mustern, wurden dabei gefunden. Neun Schläfenringe verschiedener Größe aus Bronze lagen neben den Toten, bei denen es sich wahrscheinlich um Frauen handelte. 
1986 kamen bei Ausgrabungen nochmals 10 Gräber mit nur geringen Beigaben zum Vorschein, darunter einige reihengräberzeitliche Perlen und stark oxydierte Messer. Bei der Erweiterung des Seniorenheimes in der Kemnather Straße wurden 2001 nochmals 42 Gräber aus dieser Epoche freigelegt.