Loading...

Unser Archiv

Das Archiv der Verwaltungsgemeinschaft Nabburg bewahrt die Archivbestände der Stadt Nabburg und der Gemeinden Altendorf und Guteneck samt allen eingemeindeten Ortschaften auf. Vor allem die Nabburger Überlieferung reicht sehr weit zurück – so datiert die älteste Urkunde in das 13. Jahrhundert. Die fast durchgängig erhaltene Ratsüberlieferung setzt im 15. Jahrhundert ein. Darüber hinaus können hier sogar Landtagsprotokolle aus dem 16. Jahrhundert eingesehen werden. Der Überlieferungsschwerpunkt liegt allerdings in der Frühen Neuzeit und der Moderne. Damit werden alle wesentlichen Epochen der Geschichts- und Heimatforschung vom Mittelalter bis zum Ende des vergangenen Jahrhunderts abgedeckt.

Aufgabe des Archivars ist es, archivwürdige Unterlagen zu ermitteln, entsprechend aufzubereiten und mithilfe von Findhilfsmitteln so abzulegen, dass sie sowohl für die Verwaltung als auch für private Benutzer zur Verfügung stehen. Die an das Archiv gestellten Anfragen sind zumeist heimatkundlicher und genealogischer Natur.

Derzeit befindet sich das Archiv noch im 2. OG des Unteren Marktes 4. Jedoch ist für Ende 2021 der Umzug in das ehemalige Sparkassengebäude (Bachgasse 1) geplant.

Siehe dazu: https://www.onetz.de/oberpfalz/nabburg/archiv-redaktion-nachbarn-id3087847.html

Ein Akt christlicher Nächstenliebe

Stets in Konkurrenz zueinander und dennoch schicksalhaft miteinander verbunden. Man konnte nicht mit-, aber noch viel weniger ohneeinander. – So lässt sich wohl das Verhältnis von Nabburg und Pfreimd über die Jahrhunderte hinweg charakterisieren.

Mitten im 18. Jahrhundert, im Jahr 1754, brannte der Pfreimder Stadtteil Freyung völlig nieder, sodass sich die Nabburger „aus Christlichen Mitleyden“ zu einem Akt der Nächstenliebe veranlasst sahen. In einem Magistratsbeschluss vom 12. Juli ist nachzulesen, dass aus den „Casten Ämbteren“, also den Getreidemagazinen von Stadt, Kirche, Messverwaltung, Almosenstiftung und Spitalstiftung insgesamt 6 Achtel Getreide bereitgestellt werden sollte – und das „gratis“. Das Achtel war ein frühneuzeitliches Getreidemaß, das in Nabburg und Umgebung etwa 111 Litern entsprach. Mit dieser Getreidelieferung sollte wenigstens dem Hunger in Pfreimd, denn die Vorräte waren ja auch verbrannt, abgeholfen werden.

„Khorn Anschaffung denen Abbrändtlern der Stadt Pfreimbt […].

Daß grosse Ellendt, in welches die Abbrandtler der Freyung der Statt Pfreimbt durch deren total Abbrennung gestirzet worden seynd, liget iederman vor Augen, so zwar, wan selbigen mit ainigen Speis Getraidt nit beygesteuert und under die Achsl gegriffen werden sollte, die eusserist Betrangte gar erhungern müssen. Dahero hat man aus Christlichen Mitleyden nachfolgende Casten Ämbteren von Magistrats wegen aufgetragen, das solchen Abbrändtlern zur etwelchen Beyhilff das StattCammer Castten Ambt 2 Achtl, Gottshaus 1 Achtl, Messverwaltung 1 Achtl, Allmosenambt 1 Achtl und Spittall Ambt 1 Achtl Khorn auf deren Anmeldten gratis abfolchen und in den Rechnungen per Ausgab bringen lassen sollen. Signatum Nabburg den 12. July 1754.“

(aus: Stadtarchiv Nabburg, Bd. 76b Ratsprotokolle 1753–1758, Bl. 80r)

Diese Episode der interkommunalen Zusammenarbeit und noch viel mehr halten die im Stadtarchiv Nabburg aufbewahrten Ratsprotokollbücher bereit, die bis in das 15. Jahrhundert zurückreichen.